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Proimplant - Cranioform Helmtherapie 2

Helmtherapie bei Kopfdeformitäten

Hier finden Sie einen kurzen Überblick über die Ursachen und die verschiedenen Typen von Kopfdeformitäten und die wichtigsten Informatonen zur Helmtherapie.

Was ist die Helmtherapie?

Falls Umlagerungsversuche und physiotherapeutische Maßnahmen bis zum vierten bis fünften Lebensmonat keine deutliche Verbesserung der Kopfform gebracht haben, ist bei ausgeprägten Deformitäten eine Behandlung mit einer Kopforthese (Helm) sinnvoll. Mit Hilfe der Kopforthese kann das eigene Wachstum des Köpfchens ausgenutzt werden, um die Kopfform zu korrigieren. Dies geschieht durch die Verwendung eines individuell her-gestellten Kopfhelms, welcher nach einem 3-D- Foto des kindlichen Kopfes hergestellt wird. Der Helm oder die Kopforthese aus leichtem Kunststoff weist eine ideale Form auf. Er liegt an den prominenten Arealen des Köpfchens an, das Wachstum ist deshalb hier während der Behandlungszeit unterdrückt. Er lässt Platz an den abgeflachten Stellen und ermöglicht das Wachstum in die ideale Form. Während der Behandlung ist das gesamte Kopfwachstum nicht ein-geschränkt, sondern folgt streng dem percentilen Wachstumsverlauf. So kann man durch das Ausnutzen des großen Wachstumspotenzials des Köpfchens im ersten halben Lebensjahr auch starke Deformitäten ausgleichen. Der Helm muss 23 Stunden am Tag getragen werden, um einen guten Erfolg zu erzielen. Die Behandlung dauert je nach Ausprägung der Deformität und Alter des Kindes zwischen acht Wochen bis zu acht Monate. Ein einmal erzieltes Ergebnis ist lebenslang stabil.

Ursachen

Ursachen für eine kindliche Schädeldeformität können zum einen ein frühzeitiger Verschluss der Schädelnähte (prämature Nahtsynostosen) und zum anderen die Lagerung des Babys sein (z.B. Rückenlage). Kopfdeformitäten werden daher unterschieden in synostotische (Bild Aund B) und nichtsynostotische (Bild C) Kopfdeformitäten. Synostotische Deformitäten treten mit einer Häufigkeit von etwa 1:2.500 Geburten auf, und haben einen frühzeitigen Verschluss der Schädelnähte zur Ursache. Solche Kopfverformungen sind schon von Geburt an vorhanden und prägen sich danach immer mehr aus. Hier ist meist eine operative Korrektur notwendig, um ein normales Wachstum des Schädelknochens und des Gehirns zu ermöglichen. Nichtsynostotische Verformungen sind hingegen wesentlich häufiger, hier sind die Schädelnähte offen, so dass das Gehirn keinen Platzmangel erleidet. Diese Kopfdeformitäten entstehen meist durch äußere Ein-flüsse wie z.B. Enge im Mutterleib bei Zwillingsgebur ten, geburts- oder lagerungsbedingt. Darüber hinaus können muskuläre Imbalancen im Hals-bereich zu Zwangshaltungen führen, die sich ungünstig auf das Schädel-wachstum des Kindes auswirken. Schließlich kann dies zu einer Verschiebung der Schädelbasis führen, welche an einer unterschiedlichen Position der Ohren und weiteren Gesichtsasymmetrien erkennbar ist. Ein ungleichmäßiges Kopfwachstum kann sich auch auf das Kieferwachstum auswirken.

Typen von Kopfdeformitäten

Plagiocephalus

Das Wort Plagiocephalus stammt aus dem Griechischen und bedeutet «schiefer Kopf». Man unterscheidet lagebedingte, sekundäre Plagiocephali von primären Plagiocephali bei einseitiger Coronarnaht- oder Lambdanahtsynostose. Ein lagebedingter occipitaler Plagiocephalus präsentiert sich klinisch anders und ist meistens leicht von einer einseitigen Coronarnaht- oder Lambdanahtsynostose zu unterscheiden. Die klinische Beurteilung gelingt am besten mit Blick von oben auf den Kopf des Kindes, aus der «Vogel-perspektive». Beim typischen lagebedingten Plagiocephalus sieht man eine einseitige Abflachung des Hinterkopfs, eine gegenüberliegende Abflachung der Stirn sowie eine Ver-schiebung der Ohrachse. Im Gegensatz dazu ist bei einer einseitigen Coronarnahtsynostose das Hinterhaupt nicht betroffen und die Stirn ist bereits bei Geburt abgeflacht. Bei der einseitigen Lambdanahtsynostose findet sich eine asymmetrische Abflachung des Hinterhauptes, der Stirnbereich ist jedoch nicht asymmetrisch. Lambdanahtsynostosen sind extrem selten. 

 

Brachycephalus

Der Brachycephalus oder „echter Liegeschädel“ zeigt sich in einer Abflachung des gesamten Hinterköpfchens. Diese sogenannte Kurzkopfform ist durch eine Verbreiterung des Köpfchens und des Gesichts gekennzeichnet. Bei solchen Kindern ist ob erhalb der Ohren eine deutliche Vorwölbung zu sehen, das Gesicht wirkt „scheibenförmig“. Besonders auffällig ist der Brachy-cephalus, wenn die Kopflänge kürzer ist als die Kopfbreite. Durch die starke Abflachung kommt es zu beidseits abstehenden Ohren. Eine Brachycephalie kann sehr selten durch eine beidseitige Lamdanahtsynostose oder durch eine beidseitige Coronar-nahtsynostose bedingt sein.

 

Mischformen

Häufig kann man nicht eindeutig nur einen Plagiocephalus oder einen Brachycephalus diagnostizieren, sondern es liegen beide Kopfformen vor. Der Kopf ist kurz und schräg. Durch den verkürzten Kopf wird der Plagiocephalus kaschiert. Eine Ohrasymmetrie k ann auch bei dieser Kopfform vorliegen. Da der Kopf sowohl kurz als auch schräg ist, fällt diese Kopfform besonders auf. Für Eltern ist es bei dieser Kopfform ein besonders Anliegen die Kopfform zu korregieren. Mit Hilfe der Helmtherapie können alle drei Kopfformen sehr rasch (bei Beginn im 4. Lebensmonat) korrigiert werden. Eine Verbesserung ist meistens schon nach 2 Wochen ersichtlich.

Zusätzliche Informationen

Wird bei der Helmtherpie Druck auf das Köpfchen ausgeübt?

Das Helmchen wird mittels 3 D Technik digital angefertig, sodaß der Helm überall dort wo kein Wachstum mehr erwünscht ist genau anliegt. Es darf auf keinem Fall Druck bestehen.

 

Wann soll mit der Therapie begonnen werden?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es ideal ist im 4.-5. Lebensmonat zu beginnen. So kann das rasche Kopfwachstum ausgenutzt werden, um schnell eine schöne Kopfform zu erreichen. Man kann auch später noch beginnen, die Therapie dauert dann aber länger.

 

Wie lange dauert die Therapie?

Abhängig vom Ausmaß der „Verformung“ und Alter bei Therapiebeginn wird das Helmchen ca. 1,5 - 8 Monate getragen.

 

Wie funktioniert die Helmtherapie?

Der Helm liegt überall dort an wo kein Wachstum gewünscht ist, Freiraum besteht dort wo Wachstum gewünscht ist. So wird das Wachstum in die richtige Richtung gelenkt.

 

Wer sollte die Helmtherapie durchführen?

Die Therapie muss ein Arzt durchführen. Es muss differentialdiagnostisch eine Synostose von einer lagebedingten Kopfdeformität unterschieden werden.

 

Welche „Komplikationen“ können auftreten?

Grundsätzlich gibt es keine schwerwiegende Komplikationen, jedoch können „Druckstellen“ (Rötungen) auftreten.

 

Wie wird der Helm vom Baby angenommen?

Machen Sie sich keine Sorgen, Kinder in diesem Alter gewöhnen sich sehr schnell an den Helm. Je jünger das Baby ist, desto eher wird es den Helm akzeptieren. Häufig ist der Helm von Anfang an kein Problem, spätestens nach einem Tag hat sich das Kind daran gewöhnt. Allgemeinen wird Ihrem Kind durch den Helm ein wenig wärmer werden, kleiden Sie es also luftiger.

 

Werden bei der digitalen Abformung (3D Foto) schädliche Strahlen verwendet?

Es handelt sich hierbei um eine neue Technik, bei der keine schädlichen Strahlen zum Einsatz kommen. Der Kopf wird lediglich von allen Seiten fotografiert, damit der Computer ein 3D Modell erstellen kann.

 

Kann Physiotherapie gleichzeitig mit Helmtherapie durchgeführt werden?

Eine begleitende Physiotherapie ist zu empfehlen, da die Physiotherapie beim Plagiocephalus die Ursache meistens behebt (einseitige Haltung des Köpfchens).

 

Kann der Helm zwischendurch abgenommen werden?

Für einen raschen Behandlungserfolg soll der Helm 23 Stunden am Tag getragen werden. 1 Stunde täglich kann der Helm abgenommen werden. Es ist auch wichtig, den Helm einmal täglich zu reinigen.

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